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Sprachförderunterricht mit Genuss - gemeinsam kochen, gemeinsam Deutsch lernen in Osnabrück

Wie können Jugendliche mit unterschiedlichen Muttersprachen und Bildungsvoraussetzungen gemeinsam Deutsch lernen? Das Berufsschulzentrum am Westerberg in Osnabrück hat sich neben den Berufsfeldern Körperpflege, Holz-, Metall- und Textiltechnik hauptsächlich für die Anbindung der Sprachlernklassen im Berufsfeld „Ernährung“ entschieden und beschult jugendliche Zuwanderinnen und Zuwanderer inzwischen in sieben Sprachförderklassen. Das Spektrum der Jugendlichen reicht hier von Polnisch bis Afghanisch, vom Oberstufenschüler bis zum Analphabeten. Über das gemeinsame Kochen und Essen kommen die Schülerinnen und Schüler ins Gespräch miteinander und mit ihren Lehrkräften. Das stärkt die Sprachkompetenz und das Gemeinschaftsgefühl. Neben der Sprachförderung steht dabei auch Alltagspraxis auf dem Stundenplan: Man spricht über Dinge, mit denen man auch außerhalb der Schule täglich zu tun hat, zum Beispiel über das Einkaufen von Lebensmitteln. So kann sich das Gelernte schnell einprägen und festigen. Ganz wichtig ist die berufliche Perspektive: Die Schülerinnen und Schüler erkunden Berufsfelder, in denen Arbeitgeber intensiv nach Arbeitskräften suchen und in denen man folglich besonders gute Chancen für einen Berufseinstieg hat, sobald die Sprachbarrieren überwunden sind.

Die Leitstelle „Region des Lernens“ am Berufsschulzentrum am Westerberg initiierte 2010 die Einrichtung der ersten Sprachlernklasse am Schulstandort. Das Berufsschulzentrum versteht sich als ein berufspädagogisches Förderzentrum für Osnabrück und stellt sich der Aufgabe der Integration jugendlicher Zuwanderer. Junge Menschen aus aller Welt, die aufgrund ihres Alters ihre Schulpflicht an einer Berufsschule erfüllen wollen, werden während eines Schuljahres in einer Sprachlernklasse intensiv trainiert, um danach in das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), eine Berufseinstiegsklasse (BEK), eine Berufsfachschule (BFS), möglichst aber in die duale Ausbildung einzusteigen.

Die sozialpädagogische Betreuung der Lerngruppe erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst der Caritas und in Einzelfällen mit dem Übergangsmanagement der Stadt Osnabrück. Besonders stolz ist man auf diejenigen, die schnell den Weg in eine Berufsausbildung finden: der irakische Gartenbauer, der afghanische Koch, der polnische Tischler, der italienische Fahrzeuglackierer und die syrische Erzieherin in spe.

Schulgebäude Bildrechte: ©BSZW Foto/ W. Beermann
Das Berufsschulzentrum Westerberg in Osnabrück
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