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Traumatisierte Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge stammen aus Kriegsregionen und anderen Krisengebieten und haben bereits viel Leid gesehen oder selbst erfahren. Insbesondere Ereignisse wie Krieg, Terror, Verfolgung, Gewalt und dergleichen sowie die dadurch ausgelöste ständige Angst gehen nicht spurlos an diesen Menschen vorbei. Auch die Flucht ins Ungewisse, die oft unter menschenunwürdigen Umständen stattfindet, hinterlässt zudem tiefe seelische Wunden bei den Flüchtlingen.

Einige von ihnen finden einen Weg, diese Erlebnisse zu verarbeiten und vielleicht sogar zu vergessen, anderen gelingt dies weniger gut und sie leiden unter den traumatischen Erfahrungen. Es ist wichtig, dass diese Flüchtlinge professionelle Hilfe und Unterstützung erhalten, um mit diesen Erlebnissen fertig zu werden und einen Neuanfang für sie überhaupt zu ermöglichen. Es gibt viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Niedersachsen, die auf die Behandlung von Traumata spezialisiert sind, oft ist es für die Flüchtlinge aber auch von besonderer Bedeutung, sich bei Therapiegesprächen in ihrer Muttersprache bzw. einer anderen Sprache als Deutsch ausdrücken zu können. Sofern die Therapeutinnen und Therapeuten nicht selbst über entsprechende Sprachkenntnisse verfügen, muss daher auch die Hinzuziehung einer Dolmetscherin/eines Dolmetschers bedacht werden.

Das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (NTFN) bietet die Beratung und Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen an und unterstützt zudem bei der Vermittlung von Therapieplätzen bei (sprachkompetenten) Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie von qualifizierten Dolmetscherinnen und Dolmetschern. Das NTFN hilft außerdem bei der Beantragung der Kostenübernahme für eine psychotherapeutische Behandlung durch die kommunalen Träger der Sozialhilfe oder die Krankenkassen und bietet weitere Unterstützungsmaßnahmen und Kurse für traumatisierte Flüchtlinge, aber auch für ehrenamtliche Engagierte an.

Für Außenstehende ist es oft nicht leicht zu erkennen, inwieweit Flüchtlinge unter traumatischen Erlebnissen leiden, denn bei jedem Menschen äußert sich ein Trauma anders. Seien Sie daher einfach aufmerksam und scheuen Sie nicht davor zurück, dieses Thema ggf. auch direkt anzusprechen und auf Hilfsangebote hinzuweisen, wenn Sie beispielsweise beobachten, dass die Flüchtlinge besonders schreckhaft, verschlossen, unsicher oder stets in ihren Gedanken versunken sind. Aber auch körperliche Leiden können ihre Ursache in traumatischen Erlebnisse haben.

Mehr Informationen über das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (NTFN) erhalten Sie unter: www.ntfn.de


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